Projekt 2

Wege zur ambulanten psycho­therapeutischen Versorgung von Geflüchteten – Ein Fortbildungs­curriculum für nieder­gelassene Psycho­­therapeut*innen

Viele der nach Deutschland geflüchteten Menschen sind aufgrund von Gewalt und Krieg sowie der lang­andauernden Flucht psychisch belastet und nun mit der komplexen und oft schwierigen Situation des Asyl­verfahrens und ihres Aufenthaltes konfrontiert. Um bestehende psychische Belastungen und möglicherweise Traumati­sierungen bewältigen zu können, benötigt eine erhebliche Anzahl der Geflüchteten spezifische Unterstützungs­angebote. Die gesamt­gesell­schaftliche Aufgabe der Integration von Geflüchteten vor dem Hintergrund ihrer speziellen Bedarfe wirkt sich auch die ambulante psycho­therapeutische Versorgung aus.

Um niedergelassene Psycho­therapeut*innen darin zu unterstützen, den vielfältigen Heraus­forderungen der psycho­sozialen und psycho­therapeutischen Arbeit mit Geflüchteten gerecht zu werden, wurde am Zentrum für inter­kulturelle Psychiatrie und Psycho­therapie (ZIPP) ein Fortbildungs­angebot konzipiert. Das aus drei Modulen bestehende Fortbildungs­programm (Juli 2016 – Juli 2017) vermittelt Kenntnisse zu sozial­rechtlichen Fragen, Leistungs­erstattung, psycho­sozialen Ressourcen, Human­geographie und zur Arbeit mit Dolmetscher*innen. In Klein- und Groß­gruppen wird das Wissen zusammen mit Sprach- und Kultur­mittler*innen sowie Geflüchteten, die in ihren Heimat­ländern psycho­sozial tätig waren, dialogisch erarbeitet.

Anschließend haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, für 10 Monate an kontinuierlichen Arbeitsgruppen teilzunehmen, die Starthilfe, Beratung, Kontaktvermittlung und fall­bezogene Supervision umfassen. Die monatlichen Treffen finden unter Leitung erfahrener Kolleg*innen in gemischten Klein­gruppen von Psycho­therapeut*innen und Sprach- und Kultur­mittler*innen statt. Geflüchtete Psycho­therapeut*innen, Psychiater*innen, Sozial­arbeiter*innen aus den Schwerpunkt­ländern Syrien, Irak und Afghanistan sollen soweit wie möglich in diesen Gruppen mitarbeiten.

Das Programm endet nach einem Jahr mit einer Abschluss­veranstaltung, die der Evaluation der bisherigen Erfahrungen und der Diskussion nachhaltiger ambulanter Versorgungs­modelle dient.

Das Fortbildungsprogramm wird vom Zentrum für interkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie (ZIPP) organisiert und durch das Ehrenamts­programm der Bayer Cares Foundation gefördert. Kooperations­partner sind das Berliner Seminar für inter­kulturelle Psycho­therapie, der Gemeinde­dolmetscherdienst Berlin, die Berliner Ärzte- und Psycho­therapeuten­kammer sowie das Berliner Institut für Gruppen­analyse.

Weiterführende Informationen:
Fortbildung & Supervision

Beteiligte Personen

Dr. phil. Dipl. Psych. Ulrike Kluge

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Leitung ZIPP, Leitung AG Transkulturelle Psychiatrie, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité;

Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung "Migration und Gesundheit" des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM)

Dr. med. Berenice Romero

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Fachärztin

ZIPP/Psychiatrische Institutsambulanz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité

Dr. med. Jens Preil

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Arzt/arabisch-sprachige Gruppentherapie

ZIPP/Psychiatrische Institutsambulanz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité

Dipl. Psych. Sanja Hodžić

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Psychologin

ZIPP/Psychiatrische Institutsambulanz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité