Netzwerkarbeit

Die psycho­sozialen Bedarfe von Geflüchteten sind komplex und umfassen neben der Bearbeitung individueller lebens­geschichtlicher Belastungen auch aufenthalts- und sozial­rechtliche Fragen sowie die Berück­sichtigung der schwierigen äußeren Lebens­bedingungen. Um diesen Heraus­forderungen in der Versorgung von Geflüchteten besser begegnen zu können, bedarf es einer verstärkten Vernetzung von Institutionen, Initiativen und Akteur*innen sowie eines intensivierten Austausches zwischen den verschiedenen Professionen mit psycho­therapeutischer, psychiatrischer, sozial­arbeitersicher und juristischer Expertise. Die Förderung von Vernetzung und Austausch sowie die Initiation neuer Kooperationen sind deswegen zentrale Anliegen aller Projekte. Im Rahmen des von der Stiftung Charité geförderten Projektes „Willkommenskultur an der Charité“ haben wir das „Netzwerk Psychosoziale Versorgung von Geflüchteten in Berlin Mitte“ etabliert. Am Netzwerk nehmen Charité-Mitarbeiter*innen, Vertreter*innen des Sozial­psychiatrischen Dienstes und des Bezirks­amtes, Mitarbeiter*innen verschiedener psycho­sozialer Träger, Wohlfahrts­verbände und Beratungs­stellen, sowie Mitarbeiter*innen von Flüchtlings­unterkünften teil. Die Teilnehmer*innen des Netzwerkes treffen sich monatlich, um sich themen­spezifisch auszutauschen. Die Vernetzung der unterschiedlichen Stakeholder trägt zu einem verstärkten Wissens- und Informations­austausch bei, hilft bei der Identifikation von Schnitt­stellen­problemen, schafft Synergien und optimiert die Ressourcen­nutzung bestehender Versorgungs­strukturen.

Das Projekt hat zudem einen regelmäßigen Austausch der Berliner Psychiatrischen Instituts­ambulanzen initiiert, denen eine Schlüssel­rolle in der psychiatrischen und psycho­therapeutischen Versorgung von Geflüchteten zukommt.

Im Rahmen des Fortbildungs­programms Wege zur ambulanten psycho­therapeutischen Versorgung von Geflüchteten haben nieder­gelassene Psycho­therapeut*innen die Möglichkeit, sich im in Arbeits- und Supervisions­gruppen besser zu vernetzen.

Angesichts der wachsenden Nachfrage nach psycho­sozialen Unterstützungs­angeboten für Geflüchtete möchten wir außerdem durch die Veranstaltung einer Berlin­weiten Kontakt­messe Anfang 2017 die Vernetzung von Flüchtlings­unterkünften und –wohnheimen, psycho­sozialen Trägern, Kontakt- und Beratungs­stellen, Psychiatrischen Instituts­ambulanzen, Sozial­psychiatrischen Diensten, nieder­gelassenen Psychiater*innen und Psycho­therapeut*innen, migrantischen Selbsthilfe­organisationen sowie anderen Initiativen intensivieren. Die Kontakt­messe soll eine Platt­form bieten, sich persönlich kennen zu lernen sowie bestehende Projekte, Angebote und best practices vorzustellen und zu diskutieren.

Die Netzwerk­arbeit wird ab Januar 2017 in das von der Stiftung Deutsche Klassen­lotterie Berlin geförderte Projekt TransVer einfließen.