Fortbildung & Supervision

Auf der Grundlage der langjährigen Expertise des Zentrums für inter­kulturelle Psychiatrie und Psycho­therapie (ZIPP) in der psychiatrischen und psycho­therapeutischen Behandlung von Menschen mit Migrations- und Flucht­hintergrund bieten wir Fort­bildungen für niedergelassene Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Ärzt*innen verschiedener Fach­richtungen sowie für Mitarbeiter*innen der Charité an. Die thematischen Fort­bildungen behandeln Fragen der Diagnostik und der Behandlung von Trauma­folge­störungen aus der Perspektive der trans­kulturellen Psychiatrie, vermitteln Wissen zur Arbeit mit Sprach- und Kultur­mittler*innen und widmen sich einem erweiterten Trauma­begriff, der medizinische, psychische und soziale Aspekte von Trauma berücksichtigt.

Eine effektive Zusammenarbeit mit geschulten Sprach- und Kultur­mittler*innen ist für die psycho­soziale Praxis essentiell. Wir unterstützen Sprach- und Kultur­mittler*innen durch spezifische Fort­bildungs­angebote darin, in Behandlungs- und Beratungs­situationen in ihrer Rolle professionell handeln zu können. Die Einführung eines neuen Supervisionsmodells für Sprach- und Kultur­mittler*innen am ZIPP sowie die Entwicklung von Curricula und Handlungs­empfehlungen in Kooperation mit dem Gemeinde­dolmetscherdienst Berlin und dem Behandlungs­zentrum für Folteropfer Berlin e.V. trägt zudem zur Verbesserung und Sicherung der Qualität der Zusammenarbeit mit Sprach- und Kultur­mittler*innen bei.

Darüber hinaus unterstützt unser Team Mitarbeiter*innen von Not- und Gemeinschafts­unterkünften für Geflüchtete durch Supervision vor Ort, damit diese die enormen Heraus­forderungen im täglichen Umgang mit den strukturellen und institutionellen Problemen und den psycho­sozialen Bedarfen der geflüchteten Menschen besser bewältigen können.

Ein gesondertes Fortbildungsprogramm richtet sich an nieder­gelassene Psycho­therapeut*innen, die in ihrer Praxis psychisch erkrankte Geflüchtete behandeln wollen oder schon behandeln. Es vermittelt Kenntnisse zu sozial­rechtlichen Fragen, Leistungs­erstattung, psycho­sozialen Ressourcen, Human­geographie und zur Arbeit mit Sprach- und Kultur­mittler*innen. Eine fortlaufende Arbeits­gruppe unter Leitung erfahrener Supervisor*innen ermöglicht Beratung zur Start­hilfe, Kontakt­vermittlung und fall­bezogene Supervision.

Vor dem Hintergrund der spezifischen Gewalt­erfahrungen, denen geflüchtete Frauen ausgesetzt waren und sind, erarbeiten wir im Rahmen des Projektes reWoven- refugee women and (psychosocial) volunteer engagement Supervisions- und Dialog­modelle für ehren­amtliche Helferinnen und geflüchtete Frauen. Die Dialoge werden in den Not­unterkünften durchgeführt und eröffnen beiden Ziel­gruppen die Möglichkeit, Erfahrungen von Gewalt und Diskriminierung in einem sicheren Raum bearbeiten sowie gemeinsame Bewältigungs­strategien entwickeln zu können.