Forschung & Evaluation

Um bestehende Eng­pässe in der psycho­sozialen Versorgung von Asyl­suchenden und Geflüchteten zu überwinden sowie die existierenden Angebote psycho­­sozialer Unterstützung zu erweitern, möchten wir die bestehenden gruppen­­therapeutischen Angebote am Zentrum für inter­­kulturelle Psychiatrie und Psycho­­therapie (ZIPP) evaluieren und weiter­entwickeln. Als Pilot­­projekte dienen zwei niedrig­­schwellige Gruppen­­angebote für je Frauen und Männer sowie ein Gruppen­­angebot, in welchem die Bearbeitung von Familien­­traumata im Vordergrund steht. Die Gruppen finden mit Sprach- und Kultur­­mittler*innen in einem multi­­disziplinären Setting (Ärzt*innen, Psycholog*innen, Pflege, Sozial­­arbeiter*innen) statt. Die Evaluierung und Dokumentation der gruppen­­therapeutischen Ansätze soll zur Verbreitung von innovativen, ziel­gruppen­­orientierten und kosten­­schonenden Behandlungs­­ansätzen beitragen.

Das am Berliner Institut für empirische Migrations- und Integrations­forschung (BIM) ange­siedelte Projekt reWoven- refugee women and (psychosocial) volunteer engagement möchte Interaktionen, Konflikt­­momente und Prozesse der Soli­darisierung von ehren­amtlichen Helfer­innen mit geflüchteten Frauen analysieren, tiefer­­liegende Folgen von Gewalt­­erfahrungen auf beiden Seiten be­arbeiten und praxis­nahe Interventionen entwickeln.

Geflüchtete Frauen machen in vielen Fällen diverse Gewalt­erfahrungen – in ihren Herkunfts­­ländern, auf der Flucht sowie in den Unter­künften in Europa; Erfahrungen von Krieg und politischer Gewalt, frauen­­spezifische und sexualisierte, sowie häusliche Gewalt. Zugleich betrachtet das Projekt geschlechter­­spezifische Gewalt- oder Diskriminierungs­­erfahrungen und deren Einfluss auf die Interaktion und Beziehungs­­gestaltung zwischen ehren­­amtlichen Helfer­innen mit geflüchteten Frauen.

Im Rahmen des Forschungs­­projektes untersuchen wir durch Interviews vor Ort die Beziehungs­dynamiken zwischen Helfer­innen und geflüchteten Frauen.

Das krisen­­präventive Ziel des Projektes ist es, die Erfahrungen entwürdigender und zerstörerischer Gewalt dialogisch zu bearbeiten, um damit die Ressourcen beider Ziel­­gruppen zu stärken und den geflüchteten Frauen erweiterte Partizipations­­möglichkeiten mit dem lang­fristigen Ziel eines selbst­bestimmten Lebens zu ermöglichen. Das Projekt ist Teil des Forschungs-Interventions-Clusters „Solidarität im Wandel?“ am Berliner Institut für Integration und Migration (BIM). Die Forschungs­­ergebnisse werden in Handlungs­­empfehlungen für politische Entscheidungs­­träger transferiert.